Welche Konsequenzen hat die rasante Entwicklung digitaler Kommunikationswege und -plattformen für unsere Gesellschaft? Haben wir uns schon endgültig von unserer Privatsphäre verabschiedet? Ist „Big Brother“ schon längst Realität?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt Digital Nonsense und macht durch gezielte Manipulation dieser Kommunikationswege auf die ihnen innewohnende, meist unterschätzte Problematik aufmerksam.
Die Macher hinter Digital Nonsense installieren einerseits manipulierte öffentliche Access-Points, die die darüber abgerufenen Internetseiten durch ein Filtersystem leiten: Werbebanner werden gegen Propaganda ausgetauscht, Namen verfremdet, von Digital Nonsense Access Point als bedenklich eingestufte Informationen zensiert. Andererseits werden an bestimmten Orten in der Stadt Flüsterboxen installiert; versteckt installiert geben sie in unregelmässigen Abständen subversive Bemerkungen und Ausrufe von sich, verunsichern und machen die Überwachung im realen Raum erfahrbar. Zu guter Letzt werden Webcams installiert, deren Livestreams durch Software so manipuliert werden, dass die Gesichter von Passanten durch Overlay-Bilder ersetzt werden.
Digital Nonsense wehrt sich gegen die allzu verbreitete und bequeme Mentalität: „Ich sehe nichts, ich höre nicht, ich sage nichts“.
