Gross war die Überraschung und schlimm waren die Befürchtungen, als sich im November 2009 herausstellte, dass am HyperWerk, die einige Monate zuvor fertiggestellte Intranetapplikation “play4″ nicht mehr lange genutzt werden könne. Der Otto Stefan Ruefer hatte diese im Rahmen seiner Diplomarbeit während einem Jahr programmiert; herausgekommen war dabei eine respektable Plattform, die in einem Facebook-ähnlichen Stil die Kommunikation sowie die Verwaltung der ECTS, Projekte und Workshops und einigem mehr unter eine Haube brachte. Nichtsdestotrotz musste innerhalb eines halben Jahres ein Nachfolger her (take5) und ich meldete mich freiwillig für diesen Stunt als Projektleiter. Nach intensiven Recherchen auf dem Markt für Open-Source Software war klar, dass kein existierendes Produkt unsere derart spezifischen Prozesse und Bedürfnisse abbilden konnte, worauf klar war, dass etwas Neues kreiert werden musste. Nach dem Erforschen aktueller Programmier-Frameworks für Webapplikationen in den Sprachen PHP, Python und Java folgten Kosten/Nutzen-Schätzungen, die das nächste Hindernis ans Licht brachten: Den Mangel an personellen (oder finanziellen) Ressourcen für ein solches Projekt. Eine Entwicklungszeit von mindestens einem Jahr mit zwei bis drei Programmierern zwang die Institutsleitung und mich, eine andere Lösung für die Umsetzung dieses Projekts zu suchen. Nach verschiedenen Brainstormings, Umfragen und ausformulierten Funktionskonzepten erkannten wir die Lösung darin, einerseits die Strukturen und Bewertungsrituale von HyperWerk zu vereinfachen, andererseits auf eine existierende, anpassbare (beinahe) Fertiglösung zu setzen; nämlich Google Apps.
Seit Juni 2010 kommen die HyperWerkerInnen somit nicht nur in Genuss von zeitgemässem Webmail, auch der Online-Kollaboration dank von Calendar und Documents (einer Art Web-Office), die im Vergleich mit dem vorhergehenden Intranet verstärkt im Vordergrund zu stehen hatte. Anhand von Google Sites kann nun jede HyperWerkerIn ihre Projekte und Workshops verwalten; sie hat nun mehr Freiraum für die Strukturierung und Gestaltung der Auftritte zur persönlichen und projektbezogenen Selbstdarstellung und kann mit kleinstem Aufwand eine Website ins Internet stellen. Seit neustem steht uns auch das Live-Projektmanagementtool Google Wave zur Verfügung, welches sich bereits einige Studierende bisher vergeblich gewünscht hatten.
In den Ankommenswochen des Herbstsemesters 2010 werden Mini-Workshops stattfinden, um nicht nur den neu eintretenden Dodici, sondern auch den schon mit take5 in Kontakt gekommenen HyperWerkerinnen das Wissen aufzufrischen und die neusten Tricks mit Google Apps zu vermitteln.
von Jaime Luis Oberle, jaime.oberle@hyperwerk.ch